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Die nötigen Nährstoffe für Pflanzen kommen normalerweise aus guter Erde – aber wie sieht es mit dem Züchten von Pflanzen im Wasser aus? Pflanzen in Wasser zu ziehen, sei es als Zimmerpflanze, für den Garten oder als kleines Indoor-Kräuterbeet, ist eine spannende Methode für Anfänger (ideal auch für Kinder!), Menschen mit wenig Platz oder jene, die mit dem Gießen von Pflanzen so ihre Mühe haben. Diese Methode ist nicht nur pflegeleicht, sondern auch resistent gegen Krankheiten und Schädlinge.
Pflanzen ohne Erde in Wasser zu ziehen, wird oft zur Vermehrung über Stecklinge genutzt. Es gibt jedoch auch Pflanzen, die dauerhaft nur im Wasser gedeihen – einige davon stellen wir am Ende dieses Artikels vor. Das Züchten von Zimmerpflanzen im Wasser ist auch als hydroponische Kultivierung bekannt. Im kommerziellen Bereich wird dabei allerdings meist eine spezielle Mischung aus Wasser und flüssigen Nährstoffen verwendet.
Erde bietet Pflanzen Drainage, Belüftung, Feuchtigkeitsspeicherung, Halt und Nährstoffe – wie also kann eine Pflanze nur in Wasser wachsen? In der Regel brauchen Pflanzen mehr als das, was Wasser allein liefern kann. Für viele Pflanzenarten ist Wasser jedoch perfekt zur Vermehrung geeignet.
Viele Sorten lassen sich im Wasser bewurzeln, doch bei manchen bilden sich faserige Wurzeln und das neue Blattgrün wird blass und dünn. Das sind Zeichen dafür, dass die Pflanze mehr braucht – Zeit, sie in Erde zu setzen.
Zimmerpflanzen, die im Wasser gezogen werden, wachsen meist langsamer als solche in Erde, doch das grüne Wasserbeet bleibt dafür lange gesund und dekorativ.
Die Pflanzenzucht im Wasser erfolgt oft durch Stecklinge, die im Wasser Wurzeln bilden. Schneide dazu einen 8-10 cm langen Trieb von der Mutterpflanze ab. Achte darauf, dass mindestens ein Knoten (Stelle, an der ein Blatt aus dem Stängel wächst) und ein paar Blätter am Ende des Stecklings erhalten bleiben. Stelle den Steckling in ein sauberes Gefäß mit frischem Leitungswasser. Keine Blätter dürfen ins Wasser ragen.
Die Stecklinge müssen hell, aber nicht in direkter Sonne stehen, zugfrei und bei Zimmertemperatur um die 21 °C.
Wechsle das Wasser mindestens zweimal pro Woche, damit es sauber und sauerstoffreich bleibt. Nach etwa 3-4 Wochen bilden sich Wurzeln. Sobald diese 2,5 bis 5 cm lang sind, kann der Steckling in ein gut durchlässiges Pflanzsubstrat gesetzt werden.
Viele Pflanzen lassen sich gut im Wasser ziehen, solange ihre Bedürfnisse erfüllt sind. Dazu zählen Licht, Nährstoffe, Halt, konstante Temperaturen, Wasser und Sauerstoff – all das lässt sich auch ohne Erde bieten.
Das Wassergefäß sorgt für Halt, Nährstoffe können als Flüssigdünger beigegeben werden, und das Wasser versorgt die Pflanze mit Mineralien und Sauerstoff. Ein weiterer Pluspunkt: Pflanzen im Innenbereich profitieren von stabileren Temperaturen.
Man kann Pflanzen durch Stecklinge ziehen (wie oben beschrieben), oder bereits in Erde gewachsene Pflanzen ins Wasser überführen. In dem Fall müssen die Wurzeln vorher sorgfältig von Erde befreit werden.
Fast jedes wasserdichte Gefäß ist geeignet – von der Vase über Glasgefäße bis hin zum alten Joghurtbecher. Am schönsten wirken jedoch klare oder gefärbte Glasgefäße, da man damit sowohl die Wurzeln beobachten als auch den Zustand des Wassers kontrollieren kann.
Achte darauf, ob du die Pflanze bei Bedarf leicht wieder aus dem Gefäß nehmen kannst. Hat das Gefäß einen engen Hals, müssstest du sie sonst abbrechen. Vermeide Gefäße aus Kupfer, Messing oder Blei, da diese durch Reaktion mit Dünger korrodieren und die Pflanze schädigen können.
Hast du das passende Gefäß gefunden, fülle es zu etwa drei Vierteln mit Floristenschaum (am besten geeignet), zerkleinertem Styropor, Kiesel, Perlchips, Sand, Murmeln, Perlen oder ähnlichem Material. Ein kleines Stück Holzkohle oder etwas Pulver hilft, das Wasser klar und geruchsfrei zu halten.
Die Lichtmenge beeinflusst die Wasserqualität. Wähle am besten Pflanzen, die mit wenig Licht auskommen, und stelle sie an einen hellen, aber indirekt beleuchteten Ort. Benötigt die Pflanze direkte Sonne, wird das Wasser oft trüb, da sich darin Bakterien bilden, die ebenfalls Sonnenlicht lieben.
Ein dunkles oder blickdichtes Gefäß verhindert die Algenbildung. Für die Pflanze spielt es keine Rolle, da sie zum Fotosyntheseprozess ohnehin ihre Blätter nutzt, nicht die Wurzeln. Sollten sich Algen bilden, nimm die Pflanze heraus, reinige das Gefäß gründlich und ersetze Wasser und Pflanze.
Wechsle das Wasser alle 2 bis 4 Wochen, und düngere alle 4 bis 6 Wochen. Du kannst flüssigen Dünger oder einen speziellen Hydrokulturdünger verwenden. Halte dich dabei an die Herstellerangaben.
Regenwasser ist ideal für die Pflanzenzucht. Auch Mineralwasser ist in Ordnung, solange es nicht zu mineralarm ist. Die meisten Wasserarten sind geeignet, einige aber eher nicht.
Brunnenwasser ist nicht immer von guter Qualität. Umkehrosmosewasser eignet sich ebenfalls nicht, da es keine Nährstoffe enthält und die Pflanze regelrecht aushungert.
Leitungswasser funktioniert gut, sollte aber bei hohem Chlor- oder Chloramingehalt 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen werden. So können sich die Stoffe verflüchtigen. Alternativ kannst du einen Entchlorer verwenden.